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Rezension Test



"Die Abrichtung des Hundes"

individuell und ohne Strafen
unter besonderer Berücksichtigung
des Dienst- und Gebrauchshundes

von Konrad Most

Eine Rezension über dieses Buch zu schreiben, ist mir besonders schwer gefallen. Wobei es weniger das Schreiben an sich war, sondern eher die Schwierigkeit es so zu formulieren, dass es auch von weniger fachlich bewanderten Menschen richtig verstanden wird.

Es ist keine Hommage an das Arbeiten mit Stark- und/oder Schwachzwang Methoden, im Gegenteil, es zeigt, wo diese Umsetzungsmethode ihren Ursprung trägt und vor allem, dass es nur eine Seite der Medaille ist!

Ich fand es faszinierend festzustellen, dass I. P. Pavlov 1904 den Nobelpreis für seine "Entdeckung" der klassischen Konditionierung bekommen hat und quasi zeitgleich (1906) Konrad Most seine Tätigkeit als Abrichter und Führer von Polizeihunden begonnen hat. Angeblich ist die 1. Auflage dieses Buchs 1910 entstanden.

Wenn man nun die Erkenntnisse von I. P. Pavlov (und später von B. F. Skinner) mit den Inhalten dieses Buchs vergleicht, ist man überrascht, wie ähnlich, in der Essenz, die Erkenntnisse dieser Herren sind.

Dem folgend erklärt Herr Most im 1. Teil des Buches die Prinzipien SEINER "Abrichtelehre". Wie er glaubt, dass Lernen beim Hund funktioniert und warum.

Seine Annahmen sind logisch und, wie eingangs bereits erwähnt, ähneln den Erkenntnissen "aus dem Labor". Er spricht von ursprünglichen und stellvertretenden Einwirkungen, von Reizen, Hör- und Sichtzeichen und nicht von "Befehlen", weil diese voraussetzen würden, dass der Hund die Bedeutung der Signale versteht und nicht, wie er glaubt, "lediglich" mit einem Verhalten verknüpft!

Der 2. Teil (2 Seiten!) beinhaltet nur die beiden Anforderungsprofile an die Leistungen eines Schutz- und Fährtenhundes, vermutlich den damaligen (1910-50) Anforderungen entsprechend.

Im 3. Teil wird es dann richtig spannend. Hier wird die Abrichtung verschiedener Verhalten dem damaligen Erkenntnisstand entsprechend(!) beschrieben. Darüber hinaus werden Übungen zum Hinterfragen des Erlernten beschrieben, an denen sich heute noch verschiedene Organisationen (weltweit!) orientieren. Das "Most'sche Kreuz" ist allen professionellen Man-Trailern, ID-Trackern, Fährten- oder Personen-Suchern ein Begriff, natürlich wusste Herr Most damals noch nicht, dass diese Fährtentreue-Prüfung mal nach ihm benannt werden würde.

Das Buch ist ein Klassiker und zeigt, wie Hundetraining ENTSTANDEN ist. Es muss natürlich an die NEUSTEN wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst werden!

Aber dies bedeutet nicht, dass auch richtige Erkenntnisse falsch sind, nur weil sie Herr Most ebenfalls so sieht.

Wer sich die Rezensionen auf Amazon anschaut, egal mal zu welcher Ausgabe des Buches, wird sehen, was ich meine.


Herrsching am Ammersee
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